Jahreshauptversammlung

Status seines Altenheims Marienstift in Marwang weiter ungeklärt – Viele Investitionen

Grabenstätt. Als „leidiges Thema“ bezeichnete die 1. Vorsitzende des Vereins für Krankenpflege und Altenbetreuung Grabenstätt Uschi Erl in der Jahreshauptversammlung im Pfarrsaal den immer noch ungeklärten Status des Senioren-Wohnheims Marienstift in Marwang, das vom Verein getragen wird. „Wir sind kein Pflegeheim, bieten aber für die Bewohner zu viel Service, um als ´betreutes Wohnen` eingestuft zu werden“, betonte Erl. Nach einem sehr gut verlaufenen Gespräch auf höchster Ebene im Landratsamt wird es nun dazu in den nächsten Wochen noch ein Gespräch mit Vertretern des Bezirks Oberbayern geben, der hier auch ein Wörtchen mitzureden hat. „Wir hoffen, dass dieses Thema, das uns eigentlich schon Jahrzehnte begleitet, dann endlich vom Tisch ist“, so Erl. Auch das geborene Vereinsmitglied CaritasKreisgeschäftsführer Franz Burghartswieser gab sich zuversichtlich.

„Von Februar 2018 bis Februar 2019 waren alle acht Zimmer belegt, dann hat eine Bewohnerin eine Pflegestufe bekommen und musste ausziehen“, so Heimleiterin Juliane Ehrenleitner. Für das Zimmer gebe es bereits eine Interessentin. Die Versorgung sei so gut, dass es oft länger dauere, bis ein Bewohner eine Pflegestufe bekomme, so Ehrenleitner. Zwei Bewohner betreue man bereits seit über zehn Jahren. Seit 1. Juni gibt es mit Petra Köck eine neue Nachtrufbereitschaft. „Wir freuen uns, dass wir für unsere zuverlässige Nachtrufbereitschaft Doreen Hauser-Liebig einen sehr guten Ersatz gefunden haben“, so Erl. Die Übergangsphase im Mai habe man dazu genutzt, die leer stehende Wohnung im zweiten Stock zu renovieren. Aus Sicherheitsgründen musste die alte Esche südlich des Marienstifts gefällt werden. Zudem ließ man den Stellplatz aufkiesen, die Fenster an der Westseite neu einstellen und abdichten sowie die Windläden erneuern. Dank der Vermittlung des Zweiten Vorsitzenden Herbert Hofmann hat man eine preisgünstige neue Gefriertruhe und einen Geschirrspüler erhalten.

Da man das Marienstift und seinen Umgriff in Erbpacht von der Erzdiözese München und Freising übernommen habe, sei der Verein nun für die Erhaltung des Hauses zuständig, betonte Erl und verwies auf eine reduzierte jährliche Pacht in Höhe von 840 Euro. „Im Vorjahr hatten wir einen leichten Verlust zu verzeichnen, wir mussten aber keine Rücklagen entnehmen“, so Kassier Hannes Biller. Für die diesjährigen Renovierungsarbeiten seien im Haushaltsansatz 2019 18.000 Euro eingestellt. Da die Mitgliederzahl sinke, müsse man mehr Werbung machen, meinte Erl. Ein herzlicher Dank galt allen Spendern. Bürger Kurt Sattler hatte die Bewohner, die Mitarbeiter und den Helferkreis im September in den Erlstätter Gasthof Fliegl eingeladen.

Erl bedankte sich bei ihren Vorstandskollegen, den Heimmitarbeitern und dem Helferkreis, dessen knapp 20 Mitglieder an den Samstagnachmittagen sowie Sonntagvormittag und -nachmittag verlässlich den Dienst versehen. Ein Sonderlob bekamen Heimleiterin Juliane Ehrenleitner und Mitarbeiterin Branka Lapper, die im Mai vorrübergehend die Nachtrufbereitschaft übernommen hatten und die „Essen auf Rädern“-Ausfahrer Eva Becker und Job Wülfing sowie deren Vertreter. „Wir beziehen das Mittagessen für unsere Bewohner auch heuer vom Altenheim in der Au, nur am Samstag wird bei uns im Stift gekocht“, so Erl.

Vorgestellt wurden noch die Notfalldose und die Notfallmappen, denn im Ernstfall ist es für Ersthelfer und Angehörige wichtig, alle relevanten medizinischen Daten wie Diagnosen, Medikamente oder Hinweise auf Betreuer schnell zur Hand zu haben. Die Notfalldose sollte im Kühlschrank (Tür) aufbewahrt werden, da sie dort leicht zu finden ist. Vereinsmitglieder erhalten im Marienstift eine kostenlose Notfalldose. Bürgermeister Georg Schützinger lobte die funktionierende Marienstift-Familie und wünschte auch für die Zukunft alles Gute. mmü

Foto (mmü): Ein malerisches Kleinod im Süden des Grabenstätter Ortsteils Marwang stellt das Senioren-Wohnheim Marienstift mit der benachbarten altehrwürdigen Loretokirche dar. Bereits 1920 hatten die Niederbronner Schwestern in dem zur Benefiziumstiftung Marwang gehörenden Haus ihre klösterliche Gemeinschaft eingerichtet. Sie nahmen bedürftige Senioren ohne Heimat auf und leisteten im weiten Umkreis von Marwang ambulante Kranken- und Sterbehilfe. 1982 verließen die Schwestern aus Altersgründen das Marienstift und schon bald darauf wurde auf Anregung des damaligen Pfarrers Johann Nepomuk Huber der Verein für Krankenpflege und Altenbetreuung Grabenstätt (langjähriger Marienstift-Träger) gegründet.

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